Ensemble Wiener Collage

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Wiener Zeitung, 14.02.2003: Konzertpodium

von Heinz Rögl

Das Ensemble “Wiener Collage” gestaltet im Wiener Arnold Schönberg Center einen gut besuchten Zyklus, der Musik der Wiener Schule mit Zeitgenössischem koppelt. Stolze sechs Uraufführungen waren beim jüngsten Abo-Konzert angesetzt. Erfreulich spannend jeweils die drei Beiträge aus der jüngeren Generation, die sich in unterschiedlicher Weise dem “Wiederholungsverbot” der Musik der Wiener Schule stellen und dieses umgehen. Von dem hochbegabten Furrer-Schüler Thomas Amann stammt “Ritornelli”, in dessen statisch gehaltener Klanglandschafts-Konstellation mit viel einkomponierter Stille überraschende punktuelle Ereignisse sich quasi wie von selbst ergeben. Auch Dietmar Hellmich arbeitet in seiner “Kammermusik Nr. 5″ mit wieder erkennbaren Bausteinen. Klar voneinander abgesetzt und charakterisiert hingegen sind “11 Räume” in dem gleichnamigen Stück für Violine, Akkordeon und Kontrabass von Alexander Stankovski.

Eher zur Kategorie “Liebhaberei” zählt ein stimmungsvolles Saxofontrio mit folkloristischen Anklängen sowie das uraufgeführte “Concerto da camera” des instrumentationstechnisch ungemein versierten Erik Freitag (Jahrgang 1940), dessen langjähriger Schweden-Aufenthalt Niederschlag in seiner Musik fand. Wie eine Folge prägnanter Telefon-Signations wirkt der dreiminütige Beitrag für Celesta und Klavier von Ensembleleiter René Staar (“Sechzig Mal Sigrid Wiesmann”. Zum Finale ein virtuoses Flötenkonzert (Solist: Günter Federsel). Der längst in Wien eingemeindete Bulgare Wladimir Pantchev verwendet in seinen “Krishna-Spielen” Raga-Techniken indischer Musik.