Wladimir Pantchev

Den Werken von Wladimir Pantchev ist ein mikrokosmischer Zugang zum zugrundeliegenden musikalischen Material eigen. Es ist ein ethnologisches Verhältnis zum Material, denn Material ist bei Pantchev niemals a-historisch, sondern inkludiert einen geschichtlichen Bezug, eine kulturhistorische und soziale Vergangenheit, also eine gesellschaftlich festgeschriebene Tradition, Kompositionen wie “Danov-Lieder” oder “Projekt Wiener Walzer” oder das an Schubert orientierte Klavierquintett belegen Pantchevs Umgang mit musikalischen Materialien, seine ethnologisch-kulturelle Synthesearbeit.
Christian Baier

Wladimir Pantchevgeboren 1948 in Bulgarien, studierte nach seiner Zeit an der Musikakademie in Sofia bei Edisson Denisov in Moskau und bei Friedrich Goldmann in Berlin.

Er arbeitete als Dirigent am National-Operntheater Sofia, als Redakteur in einem Musikverlag in Bulgarien und hatte eine Professur an der Musikakademie Sofia für Kammermusik.

Seit 1991 lebt Wladimir Pantchev in Wien, wo er als Korrepetitor am Konservatorium arbeitete. Seit 
1992 ist er Redakteur bei der Universal Edition- Seit 1995 hat er die Leitung einer Kompositionsklasse bei der Lilienfelder Sommerakademie. Er ist seit 1998 Vizepräsident des Ensemble Wiener Collage.

Er erhielt Kompositionsaufträge von renommierten Ensembles wie dem Ensemble Wiener Collage, dem Ensemble Music On Line, dem Klangforum Wien, dem ensemble reconsil Wien, dem Ensemble die reihe, vom Koene-Quartett und vom Posaunenquartett Trombone Attraction.

Werke für das Ensemble Wiener Collage:

Hommage á Denisov (1996/1997)
für Violine, Klarinette, Saxophon und Klavier

Spiele (1994)
für vier Klarinetten und einen Klarinettisten

Zyklus von 16 Quartetten (1998–2000)
für verschiedene variable Besetzungen

Konzertstück (2001/2002)
für Kontrabass und Kammerensemble

Krishna-Spiele (2002)
für Flöte und Ensemble

Symphonia Concertante (2002/2003 )
für Trompete und Kammerorchester

Lalita Gesänge (2003/2004)
für Soloposaune und Ensemble

Koleda (2005)
für Ensemble

Notturno (2004)
für Klavier, Klarinette und Harfe